HoChiMinh-Stadt, 4. Januar

Was das für ein Gegensatz ist. Man frühstückt im Hotel bei gemütlicher Plätschermusik und angenehmer Klimaanlagentemperatur. Sitzt in der Lounge im weichen Sessel, fast absolute Ruhe……aber dann öffnet sich die Tür zur Strasse und es haut einen fast um: ca. 15 Grad heißer, hupen, hupen, hupen und dieses dröhnende, ständige Hintergrundgeräusch der 5 Millionen Motorroller, das bis nachts nicht abreissen wird und die Luft riecht auch nicht nach Wald. Na ja, Großstadt eben.
Als ich am Nachmittag auf dem höchsten Aussichtspunkt, dem Financialtower bin, sehe ich erst einmal wie groß HCM doch tatsächlich ist. Deswegen reißt wohl auch dieser Verkehrsstrom niemals ab. Denn die großen Wohnvierteln sind, wie so oft, in den Randbezirken.
Heute Besichtigungstour: Vereinigungpalast, Kriegsmuseum (grausig), Pagode, Tempel, dann reichts auch schon. Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten ist übersichtlich. Aber alles sehr gepflegt, überall wird gebaut, gefegt und geputzt….die Stadt boomt und wächst.
Die Vietnamesen sind immer sehr schick und gepflegt. Lange Hose und Oberhemd oder irgendeine Uniform, ob man im Cafe arbeitet oder als Rollereinparker. Sieht einer schlampig aus ist es garantiert ein Ausländer. Ich muss mir auch unbedingt so ein Hemd kaufen.

Sehr stolz bin ich auf mich und meinen übermenschlichen Mut. Es ist mir jetzt tatsächlich schon mehrmals gelungen einige dieser stark befahrenen Straßen zu überqueren. Es hat keinen Sinn auf eine Lücke im Verkehr zu warten, die gibt es nicht. Nicht zu zögerlich, zügig rüber. Halten tut keiner, sie fahren aber in der Regel um einen rum. Wenn mann glaubt auf dem Gehweg ist man sicher, denkste, dorthin wird ausgewichen, wenn die Strasse zu voll ist. Also eh egal.

Ich will für 2 Tage einen Ausflug ins Mekongdelta buchen. Reisebüros gibt es hier ja wie Garküchen in Saigon. Problem ist manchmal nur die Sprache. Viele Vietnamesen haben sich Englisch selber beigebracht oder einfach nur durch zuhören, was ja nicht immer schlecht ist. Aber die Aussprache ist schon stark durch vietnamesischen Akzent geprägt und nicht alle Worte sind immer deutlich erkennbar. Das führt manchmal zu solchen Verständnisproblemen:
Im ersten Reisebüro bietet man mir einen Trip mit „Bird“ an. Unsicher frage ich zweimal nach, ob es nicht per Bus, Bicycle oder Motorrad stattfindet? Nein… mit „Bird“ eben, wird mir mehrmals versichert. Jedenfalls spricht der überaus freundliche Reiseverkäufer es so aus. Ob er weiss was er sagt oder ist es sein Humor. Noch mal nachfragen bringt wohl nichts, vielleicht liegt es ja auch an meinem verstaubten Schulenglisch. Ich lasse mir nichts anmerken, gebe mich weltmännisch, nicke und beschließe insgeheim, aus Sicherheitsgründen auf die Tour zu verzichten.

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