Vang Vieng, zurück zur Natur, 17. und 18. Februar 2017

Früh geht es mit dem Bus nach Vang Vieng. Auf der Strasse 13, südlich von Luang Prabang.
Es ist ein großer Reisebus mit genügend Platz und vor allem Klimaanlage. Der Weg geht wieder über die Berge. Tolle Aussicht, aber Kurve links, Kurve rechts. Das ist anstrengend sehr anstrengend auf die Dauer, man muß sich immer festhalten. Tüten werden verteilt. Auweia!
Nach 4 Stunden geht die Strasse in die Gerade über. Erstmal das Schlimmste geschafft. Ich bin froh, dass ich mich nicht übergeben mußte. Es erwischt vor allem auch Einheimische, die sind diese Schlingerfahrten wohl auch nicht so gewöhnt. Schönes Gefühl, wenn sich hier und da mal einer übergeben muß, im Bus. Trägt jedenfalls nicht wesentlich zum eigenen Wohlbefinden bei.

Vieng Vang liegt ebenso wie Nong Kiao in einer wunderschönen Landschaft steiler, bewaldeter Karstkegel, mittendrin fließt der Nam Xong. An die 40 Höhlen gibt es in diesen zerklüfteten Felsen.

Früher, bis zum Jahr 2012, war dieser Ort unter jungen Reisenden eher für Komasaufen und Extrempartys bekannt. Auch Drogen waren hier leicht zu bekommen.
Wenn man dann in der richtigen Stimmung war, stürzte man sich von Türmen oder Lianen in das Wasser des Nam Xong.
Nachdem es regelmäßig zu Todesfällen kam und die internationale Presse immer schlechter berichtetet, musste die Regierung Maßnahmen ergreifenfen. Viele der unzähligen Strandbars wurden abgerissen und die Übrigen bekamen strenge Auflagen und durften nicht mehr die ganze Nacht geöffnet haben.
Das Publikum, hier in Vang Vieng, hat sich dadurch grundsätzlich gewandelt. Es sind vor allem Koreaner, Chinesen und Japaner, junge Leute, aber auch Familien, die nun hier Urlaub machen. Die große Party ist vorbei. Geblieben ist aber das umfangreiche Aktivitätenangebot. Vom Kajakfahren oder per Autoreifen den Fluß hinuntersausen (Tubing ist der Fachbegriff, wer weiß das nicht?) über Ballonfahren, Klettern, Schwimmen und per Quad die Gegend unsicher machen, ist alles drin.
Habe schon für morgen eine Tour gebucht.

Meine Unterkunft in einem Guesthouse ist hübsch gelegen, mit Garten und ich habe vor der Tür eine Veranda. Kostet 10 € pro Nacht.
Der Komfort und die Ausstattung ist allerdings nicht mit vietnamesischem Standard zu vergleichen. In Vietnam bekam man mehr fürs Geld.
Aber ich bin zufrieden. Es ist gemütlich, das Bett sieht einladend aus und vor allem ist es sauber. Sitze gerade draussen und schreibe diese Zeilen.

Am Samstag, den 18.2.2017, bin ich wieder auf Tour. Diesmal stimmt der Preis. Es sind so viele Leute hier in Vang Vin auf Suche nach einem Ausflug, so dass ich nur 15 $ bezahle.
Los geht’s mit der Besichtigung der Elefantengrotte.
Könnt ihr auf dem Foto erkennen warum sie Elefantengrotte heißt?

Per Tubing geht es in eine Höhle, durch die ein unterirdischer Fluss verläuft. Es sind Seile gespannt, an denen wir uns entlanghangeln. Das Wasser ist flach und nicht kalt. Jeder bekommt eine Stirnlampe auf den Kopf, sonst ist es zu dunkel.
Es dauert seine Zeit, ca, 1,5 Stunden sind wir in der Höhle unterwegs. Und die verdient auch den Namen „Höhle“, weil sie lang und tief genug ist.

Weiter geht es per Kajak auf dem Nam Xong. Das ist sehr gemächlich, es geht mit der Strömung. Man kann sich fast treiben lassen. Nur ein paar Stromschnellen brauchen unsere Aufmerksamkeit.
Vor allem sieht man viel von der herrlichen Berglandschaft.

Zum Schluß noch zur „Blauen Lagune“. Die ähnelt aber eher einem Spaßbad. Der Sprungturm ist ein alter Baum, der für diesen Zweck ideal gewachsen ist.

Abends am Nam Xong. Esse wieder etwas Leckeres. Ich habe schon einiges aus der laotischen Küche ausprobiert:
Den Klebereis nimmt man in die Hand und tunkt ihn in eine Soße ein. Der Zahnersatz sollte fest sitzen. Klebt so richtig. Schmeckt aber auf alle Fälle.
Die Tom Yam-Suppe mit Fisch habe ich schon genossen. Schmeckt auch, aber Vorsicht es schwimmt grob geschnittener Fische in der Suppe. Man muß auf die Gräten achten!
Es gibt gedünstetes oder gebratenes Gemüse in vielen Varianten und immer sehr frisch. Dazu Sauce oder Knoblauchbrot.
Laap ist ein Salat aus den verschiedensten Fleischsorten mit Reis und Gemüse. Immer sagen: Nicht so scharf! Kann sonst schnell zu viel sein.
Und zum Nachtisch, der schon erwähnte Cafe Lao. Er enthält Tamarindsauce und wird vorher schon gezuckert. Zubereitet wird er, indem er in einem Strumpf in heißes Wasser getaucht wird. Die Socke ist aber nur für den Kaffe da…. Oft ist es so. 😉

Spinnen sind echt größer hier. Die Eidechse oder Gecko hing an der Decke über meinem Tisch, neben der Deckenleuchte und hat mir Motten und Moskitos vom Leibe gehalten. Wie flink sie die immer erwischt hat.

Die Laoten feiern auch sehr gerne und stehen den Touris da in nichts nach. Ganz wichtig sind große Beschallungsanlagen mit Karaokeoption. Aufgedreht wird tatsächlich bis der Sound total übersteuert ist. Erst dann ist schön.
Die ganze Nacht über ist hier irgendein Tempelfest. Per Lautsprecher werden unablässig Gebetssprüche durchgegeben. Jedenfalls klingt es für mich so, weil die Stimme monoton immer dieselben Worte wiederholt.
Aber ich bin hier immer ordentlich müde und schlafe gut. Auch das Hähnekrähen ganz früh erschüttert mich nicht.

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