Hanoi, Erkundungen in der tausendjährigen Stadt, 29. bis 30. Januar 2017

Heute mal langsam. Es ist auch ziemlich heiß und schwül geworden. Es steht nur der Literaturtempel auf meinem Programmzettel. Das war Hanois erste Universität, gegründet im Jahre 1070.

Da nach dem Tet-Fest in der Regel das ganze Land Urlaub hat, bin ich einer unter 150000 Vietnamesen. Das es hier viele Menschen auf engem Raum gibt, daran bin ich ja inzwischen gewöhnt und es stört mich auch nicht mehr.

Aber! In einem der wichtigsten Gebäude der Stadt gibt es keinen Urlaub für die Angestellten! Die Post! Während alle anderen Postämter bis zum 2. Februar geschlossen haben, gilt das nicht für das Postamt Nr. 2 in der Dien Tie Hoang. Ich kann endlich mein Paket abschicken. Muß alles auflisten was reinkommt, bekomme einen Karton und alles wird von der Postfrau ordentlich zugeklebt. Weg damit! Rucksack nur noch halb so voll.

Abends zeiht’s mich immer wieder in die Altstadt. Hier ist es bis spätabends lebendig. Alle sind auf der Suche nach dem richtigen Restaurant, der angesagtesten Bar.
Ich sitze gerne in einem der Streetfoodrestaurants und siehe zu wie sich der Verkehr durch die schmalen Gassen quält. Dicke SUV’s, auch mal der eine oder andere Bus, die Rikschas mit den Touris, unzählige Mopeds. Dann bleibt so ein Autopanzer auch mal rechts stehen, die Strasse ist nur noch halb so breit…egal, es geht trotzdem weiter. Ohne, dass jemand schimpft oder Anstoß daran nimmt. Selbst, wenn der Verkehr noch so dick ist, bleibt man gelassen. Geht es eben langsamer voran, es bleibt dabei: Alles fließt.
Faszinierend!


Am Montag besuche ich die alte Zitadelle und in dieser das Museum für Militärgeschichte.
Da haben es doch tatsächlich diese kleinen Vietnamesen geschafft erst den Franzosen und später auch den Amerikanern das Fürchten zu lehren. Diese beiden starken Militärmächte hatten auf Dauer keine Chance gegen das kleine Vietnam. Alle Achtung!

Präsidentenpalast und das Ho-Chi-Minh-Mausoleum folgen. Hier ist er aufgebahrt, der Staatsgründer und wird immer noch sehr verehrt von seinem Volk. Liebevoll Onkel Ho genannt.
Witzig ist: Er hat extra in seinem Testament verbrieft, dass seine Asche auf drei, nicht benannten Hügeln, in den unterschiedlichen Landesteilen, Nord-, Mittel und Südvietnam, verstreut werden sollte. Das hat aber der Partei nicht gepasst. Sie wollte Heldenverehrung mit begehbarer Pilgerstätte. So kam kurzerhand das Testament unter Verschluß und der ausgestopfte Onkel Ho ins Mausoleum.

Mein ursprünglicher Plan war: Von Hanoi aus eine zweitägige Tour in die Halongbucht zu buchen. Nun gibt es eine ganz teure Luxustour für fast 200 $, eine bei der das Schiff nicht ganz so mondän ist, für 130 $. Die billige Variante ist natürlich erst ab 2. Februar wieder verfügbar. Darf ich erinnern? Wir haben Tetfeiertage. Hmmh??? Was tun?

Ich beschließe kurzerhand, auf eigene Faust dort hinzufahren. Und so buche ich ein Hotel auf der herrlichen Cat Ba-Insel, mitten in der Halongbucht gelegen. Sie ist für ihre wunderschönen Strände und den angrenzenden Nationalpark berühmt. Ich kann auch dort ein Boot für eine Halongkreuzfahrt besteigen, ist wesentlich billiger. 4 Tage will ich bleiben.
So bekomme ich, glaube ich, mehr geboten für meine 200$. Die Fahrt dorthin 25$, das Hotel 60$, der Bootstrip vielleicht 25 $. Dafür aber vier Tage Sonne, Strand und Meer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.