Monatliches Archiv: Januar 2017

Hanoi, Erkundungen in der tausendjährigen Stadt, 29. bis 30. Januar 2017

Heute mal langsam. Es ist auch ziemlich heiß und schwül geworden. Es steht nur der Literaturtempel auf meinem Programmzettel. Das war Hanois erste Universität, gegründet im Jahre 1070.

Da nach dem Tet-Fest in der Regel das ganze Land Urlaub hat, bin ich einer unter 150000 Vietnamesen. Das es hier viele Menschen auf engem Raum gibt, daran bin ich ja inzwischen gewöhnt und es stört mich auch nicht mehr.

Aber! In einem der wichtigsten Gebäude der Stadt gibt es keinen Urlaub für die Angestellten! Die Post! Während alle anderen Postämter bis zum 2. Februar geschlossen haben, gilt das nicht für das Postamt Nr. 2 in der Dien Tie Hoang. Ich kann endlich mein Paket abschicken. Muß alles auflisten was reinkommt, bekomme einen Karton und alles wird von der Postfrau ordentlich zugeklebt. Weg damit! Rucksack nur noch halb so voll.

Abends zeiht’s mich immer wieder in die Altstadt. Hier ist es bis spätabends lebendig. Alle sind auf der Suche nach dem richtigen Restaurant, der angesagtesten Bar.
Ich sitze gerne in einem der Streetfoodrestaurants und siehe zu wie sich der Verkehr durch die schmalen Gassen quält. Dicke SUV’s, auch mal der eine oder andere Bus, die Rikschas mit den Touris, unzählige Mopeds. Dann bleibt so ein Autopanzer auch mal rechts stehen, die Strasse ist nur noch halb so breit…egal, es geht trotzdem weiter. Ohne, dass jemand schimpft oder Anstoß daran nimmt. Selbst, wenn der Verkehr noch so dick ist, bleibt man gelassen. Geht es eben langsamer voran, es bleibt dabei: Alles fließt.
Faszinierend!


Am Montag besuche ich die alte Zitadelle und in dieser das Museum für Militärgeschichte.
Da haben es doch tatsächlich diese kleinen Vietnamesen geschafft erst den Franzosen und später auch den Amerikanern das Fürchten zu lehren. Diese beiden starken Militärmächte hatten auf Dauer keine Chance gegen das kleine Vietnam. Alle Achtung!

Präsidentenpalast und das Ho-Chi-Minh-Mausoleum folgen. Hier ist er aufgebahrt, der Staatsgründer und wird immer noch sehr verehrt von seinem Volk. Liebevoll Onkel Ho genannt.
Witzig ist: Er hat extra in seinem Testament verbrieft, dass seine Asche auf drei, nicht benannten Hügeln, in den unterschiedlichen Landesteilen, Nord-, Mittel und Südvietnam, verstreut werden sollte. Das hat aber der Partei nicht gepasst. Sie wollte Heldenverehrung mit begehbarer Pilgerstätte. So kam kurzerhand das Testament unter Verschluß und der ausgestopfte Onkel Ho ins Mausoleum.

Mein ursprünglicher Plan war: Von Hanoi aus eine zweitägige Tour in die Halongbucht zu buchen. Nun gibt es eine ganz teure Luxustour für fast 200 $, eine bei der das Schiff nicht ganz so mondän ist, für 130 $. Die billige Variante ist natürlich erst ab 2. Februar wieder verfügbar. Darf ich erinnern? Wir haben Tetfeiertage. Hmmh??? Was tun?

Ich beschließe kurzerhand, auf eigene Faust dort hinzufahren. Und so buche ich ein Hotel auf der herrlichen Cat Ba-Insel, mitten in der Halongbucht gelegen. Sie ist für ihre wunderschönen Strände und den angrenzenden Nationalpark berühmt. Ich kann auch dort ein Boot für eine Halongkreuzfahrt besteigen, ist wesentlich billiger. 4 Tage will ich bleiben.
So bekomme ich, glaube ich, mehr geboten für meine 200$. Die Fahrt dorthin 25$, das Hotel 60$, der Bootstrip vielleicht 25 $. Dafür aber vier Tage Sonne, Strand und Meer.

Hanoi, Tet in der Hauptstadt, 27. Januar und 28. Januar 2017

Zugfahren ist eine meiner weiteren Erfahrung in Vietnam. Auf alle Fälle nichts für Ruhesuchende eher wird Familienanschluß geboten.
Der Zug ist voll bis auf den letzten Platz. Das hat sicher auch mit dem nahenden Feiertag zu tun. Für Kinder wird von den Eltern, wohl aus Kostengründen, nicht immer ein Sitzplatz mitreserviert und so liegen sie bei den Eltern überm Schoß oder es wird zusätzlich einer dieser kleinen Plastikhocker in den Gang gestellt.
Um 5:30 Uhr fährt mein Zug und um 3 bin ich aufgestanden. Eigentlich wollte ich etwas schlafen…. Später vielleicht?
Die kleinen Kinder können natürlich nicht lange ruhig bleiben. Sie wollen aufstehen und spielen, quengeln rum, wenn sie nicht dürfen.
Die Eltern sind dabei laut zu telefonieren oder unterhalten sich schon mal über 2 Bankreihen hinweg.

Dann kommt die Bordversorgung. Wie im Flugzeug rumpeln hintereinandeer 3 Servicewagen durch den Gang, so bekomme ich wenigstens meinen Kaffee. Danach kommt der Wagen mit der Frühstückssuppe Pho und dann noch einer mit Früchten.
Jetzt Ruhe? Alle sind satt….?!
Nun kommt einer der den Müll einsammelt und hinterher noch einer der fegt. Man kümmert sich, ist ja auch gut so, Personal gibt es eh genug.
Nachdem die Frühversorgung erledigt ist, flammen die beiden Fernseher an der Decke auf. Geboten wird ein KungFu-Film, hinterher Vietnampop, wie immer in der landesüblichen Lautstärke.
Naja, sind wenigstens die Kinder beschäftigt.

Gegen Mittag wird es leerer und ich kann beide Sitze meiner Bank benutzen und auch etwas schlafen. An die ständigen Geräusche habe ich mich inzwischen auch schon gewöhnt.
Bis Ninh Binh bin ich auch der einzige Ausländer, zumindest in diesem Waggon. Die meisten fahren wohl mit dem Bus oder fliegen. Von meinem vietnamesischem Nachbarn werde ich auch daraufhin angesprochen, warum ich denn mit dem Zug unterwegs bin. Ich erkläre ihm, dass ich neugierig war und es einfach mal ausprobieren wollte und so schlimm nun auch nicht finde. Die Sitze sind bequem und der Service ist doch besser, als ich erwartet hatte.

Abends um 20:00 Uhr komme ich, nach 15stündiger Zugfahrt am Bahnhof an. Es ist nicht weit bis zu meinem Hotel. Kurz frisch gemacht und dann stürze ich mich ins Nachtleben. Es ist ja schließlich Silvester.
Mein Hotel liegt schön zentral in der Altstadt, so habe ich es nicht weit bis zum Hoan-Kiem-See, dem Herzen der Stadt.
Und hier ist Betrieb. Viele, viele Menschen tummeln sich um den See. Essen, trinken, fotografieren sich. Alle sind schick herausgeputzt, einige tragen die elegante Nationaltracht. Knaller gibt es hier nicht, dafür wirft man bunte Papierschnippsel in die Hauseingänge.
Alle warten auf Mitternacht….und dann passiert es, auf dieser hübschen, roten Bogenbrücke, die vom Ufer auf die einzige Insel im See führt, wird ein kleines Feuerwerk entzündet. Das war es dann auch. Die Menschenmenge löst sich wieder auf und ich kann endlich ins Bett.

Am nächsten Morgen, am Neujahrstag, sehe ich mir zuerst einmal die engen Gassen der Altstadt an. Sie sind alle nach den Handwerksstätten benannt, die in der jeweiligen Gasse, vorherrschend waren. So laufe ich durch Hang Bac – Silberstrasse, die Hang Chieu – Grasmattengasse und die Hang Ma – Papierwarengasse und noch einige mehr.
Aber das alte Flair ist wohl dahin. Jetzt gibt es hier schicke Restaurants, Cafes, Boutiquen und Souvenirläden.

Als Nächstes: Das französische Viertel. Im 19. Jahrhundert begannen die Franzosen hier ihre Villen zu bauen.
Gucke die Oper, übrigens auch von den Franzosen errichtet und heute das größte Theater Vietnams, gebaut im Jahre 1911. Flaniere schließlich über die Trang Tien, die ehemalige Flaniermeile der Stadt.
Heute ist dort ein riesiger Eisladen. Ich komme kaum durch, so ein Andrang heute. Das Wetter ist auch toll. Die Sonne lacht.
Der Park um den Hoan-Kiem-See hat ist wieder gut gefüllt. Alle wollen sich mit ihren Familien, am liebsten, vor diesen herrlichen Blumenkunstwerken oder dem See fotografieren lassen. Die anderen nehmen Rücksicht, daher stockt öfter mal die Menschenflut, weil vielleicht Familie Tranh gerade Aufstellung, vor dem Blumenhuhn genommen hat und alle zu höflich sind durchs Bild zu laufen.

Ich bin ja erst spät darauf gekommen. Aber warum stehen hier wohl so viele bunte Hühner, besser Hähne aus Blumen, Holz oder Metall zusammengeschraubt, herum?
Ja! Richtig! Das Jahr des Hahnes hat nun begonnen.

Hue, Ausspannen und Nichtstun, 24. bis 26. Januar 2017

Ich werde in Hue insgesamt 5 Tage bleiben. Eigentlich zu lange, aber es ging nicht anders, da vorher kein Ticket mehr für den Expresszug nach Hanoi frei war. Nur noch in der Holzklasse. Aber das wollte ich mir nicht antun, bei 15 Stunden Fahrt.
Also habe ich viel Zeit und tue das was ich am liebsten tue: mich treiben lassen, ohne Zeitplan, viele Kaffeepausen und dabei dem bunten Gewusel um mich herum zusehen.
Ich besuche den größten Markt der Stadt, den Dong Ba-Markt an der Nordseite des Flusses. Da ist ganz schön Betrieb. Man merkt, dass das große Fest bevorsteht. Wie bei uns vor Weihnachten in den Shoppingcentern.
Bummel weiter durch die Stadt, esse Mittag, lese in meinen Reiseführern. Muß mich ja auch langsam mal über Laos etwas schlaulesen.
Bis zu 2598 Metern sind die Truong Son-Berge hoch, durch die der Wolkenpass führt. Und so schafft es leider nicht jede Regenwolke, nach Süden weiterzuziehen. Sie bleiben meist an den Bergen hängen und regnen sich dann in Hue erstmal leer. Hue ist einer der regenreichsten Orte Vietnams. Es regnet nun schon den 2. Tag.
Man kann sich aber draußen bewegen. Noch ist es eher so ein Nieselregen. 19 Grad zeigt das Thermometer.

Ein wichtiger Brauch ist es, vor dem Tet-Fest, symbolisch Papiergeld zu verbrennen. Das sieht man immer wieder in der ganzen Stadt, überall diese kleinen Behälter aus denen es qualmt. Es ist kein richtiges Geld, sondern sind sauber zurecht geschnittene Papierrechtecke. Oft aus Seidenpapier. Dadurch kann man im nächsten Jahr dem Glück und regem Geldfluß nicht entgehen.

Auch in den nächsten Tagen, 25. und 26.1., geschieht nichts wirklich Aufregendes.
Gestern und vorgestern habe ich einiges an Souvenirs, Kaffee und Gewürzen, hier in Hue eingekauft, denn ich möchte alles in einem Paket nach Hause schicken. Mitschleppen geht ja schlecht.
Also packe ich alles in eine große Tasche und will mich auf dem Weg zum Postamt machen.
Allerdings regnet es in Strömen. Kaufe mir erst einmal so einen langen Regenumhang, den trägt man hier bei diesem Wetter. Darunter ist auch Platz für die Tasche.
Im Postamt erklärt man mir allerdings, daß ich mit meinem kühnen Plan zu optimistisch war. Es ist zwar heute noch geöffnet, aber ab morgen bis zum 2. Februar geschlossen. Tet eben. Ja gut, dann klappt’s ja noch….nee der Paketannahmeschalterbeamte ist schon länger in den Ferien. „Counter is closed.“
Na toll, heute ist der 25. die Party steigt erst am 28. und die legen hier schon die Füsse hoch.
Ich bin sauer.
Aber die hübsche vietnamesische Postfrau mit den langen schwarzen Haaren und den Knopfaugen, die mich nach meinem Anliegen gefragt hatte, erklärt mir alles, indem sie mir offen ins Gesicht sieht und das liebreizendsten Lächeln an den Tag legt das es jemals in einem Postgebäude gegeben hat. Dabei wiederholt sie auch noch mehrmals, wie leid ihr das alles tut und das eben Feiertage bevorstehen.
Wer kann denn da böse sein? Sie hätte mir auch erzählen können, dass ganz 2017 ein schlechtes Jahr zum Paketeversenden ist, ich hätte es auch widerspruchslos hingenommen.

……Also trotte ich wieder zurück mit meinem Zeugs. Laufe durch den Regen und denke:
Buddha sagt, alles Leiden der Menschen, neben den Veränderungen durch Geburt, Alter, Krankheit, Tod, kommt von unseren Wünschen. Vor allem von jenen Wünschen, die nicht erfüllt werden. Das zerstörerische Begehren. Frei zu sein von Begehren bedeutet das höchste Glück und das Ende des Leidens. Buddha empfiehlt daher dringenst, heitere Gelassenheit gegenüber den Wechselfällen des Lebens.
OK! Also wünsche ich mir NICHT, ich hätte nicht all diesen Krempel gekauft, mit dem ich jetzt nicht weiß wohin. Den ich jetzt noch in meinen soundso schon vollen Rucksack stopfen muß und auf unbestimmte Zeit mit mir rumtragen werde!!! Ich wünsche nichts weiter….SO! …………und plötzlich spüre ich mich der absoluten Erleuchtung schon viel näher. 😉

Donnerstag wollte ich eigentlich ins Ho-Chi-Minh Museum gehen. Aber wer hätte das geahnt? Es ist geschlossen.
Dafür durchwandere ich den wunderschönen Stadtgarten und stoße auf eine Bonsaiausstellung. Eintrit frei.

Ich gucke den Anglern am Fluß zu und bin dabei als ein großer Karpfen gefangen wird.

Und ich bin Zeuge wie ein kleiner Hund aus dem Wasser gerettet wird, der beim Spielen hineingefallen war. Dramatisch, hat der gejault. Es gab einen mittleren Menschenauflauf.
Ist ein bißchen schlecht zu sehen, aber es ist das schwarze Ding unten im Wasser, er versucht sich an der Uferbefestigung festzuhalten.

Nachdem ich den halben Tag durch die Stadt getobt bin, gehe ich in einen dieser zahlreichen Massage- und Beautysalons und lasse mir Fußsohlen und Beine durchkneten…..Boh!…Wundervoll!
Halbe Stunde für 4 €, ich glaub‘ es war sogar länger.

Ab morgen ist aber genug mit dem Rumgammeln (Na ja. Nicht für immer. 🙂 ). Früh halb sechs geht es weiter …… mit dem Zug nach Hanoi. Endlich mal Zugfahren.

Hue, am Wolkenpass, 22. und 23. Januar 2017

Nach Hue ist es nicht allzu weit, nur 4 Stunden Fahrt.
Auf der Strecke dorthin überwinden wir den Wolkenpass. Er trennt Nord- und Südvietnam voneinander und ist gleichzeitig Wetterscheide. Warum er Wolkenpass heisst, ist auf dem Foto hoffentlich gut zu erkennen.
Übrigens „überwinden“ stimmt auch nicht ganz. Wir müssen uns nicht mehr den Berg hinaufschrauben. Es gibt seit ein paar Jahren einen Tunnel mitten durch.

Hue ist die alte Hauptstadt von Vietnam. Hier lebten die letzten Kaiser des Reiches. 1945 aber, war Schluß mit der Monarchie. Ho-Chi-Minh, der Landesvater Vietnams, hatte den letzten Kaiser in die Rente geschickt.
Aber zu sehen gibt es noch viel. Die große Zitadelle diente dem Schutz des Herrschers. Die Kaiserstadt selber und in dieser verborgen: Die „Purpurne Verbotene Stadt“. Klingt das nicht schon fantastisch?
Etwas außerhalb liegen die prachtvollen Kaisergräber, die die Kaiser aber schon zu Lebzeiten bauen ließen. Man will ja vorher wissen, was man später bekommt. Haben die Pharaonen in Ägypten ja auch so gemacht.

Hue ist schon eine größere Stadt, nicht so verträumt wie Hoi An. Gelandet bin ich mitten im Backpackerviertel. Das liegt wohl auch an dem Hotelpreis. 65 $ für 5 Nächte, mit Frühstück. Super Zimmer mit allem was man braucht: großes Bett, TV, Kühlschrank, Sitzecke, Badewanne, Dusche, alles sauber, sehr freundliche Angestellte. Kann man sich doch nicht beschweren.

Die Vietnamesen sind sehr freundlich und zuvorkommend, das wissen wir ja bereits. Dazu gehört auch, dass man einem Fremden niemals Hilfe verweigern darf. Das ist schön, aber problematisch wird es, wenn man sich nicht auskennt und nach dem Weg fragen muß.
Ich suche mein Hotel und zeige immer meinen Zettel mit dem Namen der Strasse. Bei jedem den ich anspreche bekomme ich immer bereitwillig und sofort freundliche Auskunft. Entschieden wird mit der Hand in eine bestimmte Richtung gewiesen, egal ob der Betreffende diese Strasse überhaupt kennt, wie ich später feststellen muß. Er hilft eben, ich bin ein Fremder.
45 Minuten irre ich durch dieses Viertel, bis ich öfter mal dieselben Plätze streife und langsam stutzig werde. Das bringt nichts. Ich benutze die Elektronik…hätte ich gleich machen sollen. Nach 3 Kilometern weiß ich nun, dass das Hotel 200 Meter weit weg war.
Ich mag die trotzdem, die Vietnamesen. 🙂

Für morgen habe ich wieder eine Rundfahrt mit einem Reiseführer gebucht. Ich finde das ist die beste Möglichkeit, um eine neue Stadt erstmal etwas kennenzulernen.

Montag, 23.1.
Man, das war aber eine ziemlich intensive Stadtbesichtigung. Wir waren 9 Stunden unterwegs. Es stand echt viel auf dem Programm.
Wir haben 3 der prächtigsten Kaisergräber besichtigt. Große Anlagen sind das mit sehr geschmackvoll angelegten Teichen, Wasserläufen und Gärten, kleinen Pavillions und Empfangshallen. Die jeweiligen Kaiser hatten sich oft schon zu Lebzeiten, hierher zum Relaxen zurückgezogen.
Zwischendurch gibt es ein ganz tolles Mittagsbüfett in einem Restaurant. Alles inklusive für meine 10 €.
Weiter geht’s mit besagter Zitadelle. Und natürlich wird die, übrigens sehr weitläufige, ehemalige Kaiserresidenz besichtigt. Schon beeindruckend und alles sehr sorgsam rekonstruiert.
Zum Schluß noch die Thien Mu Pagode….zurück per Drachenboot auf dem Wasser des Huong, der die Stadt in Nord und Süd teilt und eigentlich Parfümfluß heißt.
Ich bin geschafft, setze mich ins Cafe und entspanne erstmal.

Hoi An, Strand und Stadt, 21. Januar 2017

So der Tet-Plan ist fertig. Ich werde am 27.1. (Das ist sozusagen Silvester.) mit dem Zug von Hue nach Hanoi fahren und dort abends ankommen. Da bleibe ich erstmal 3 Tage, so denke ich mir das für den Anfang.
Der Zug ist gebucht, Hotel auch. Dann kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

Sonst gibt es nicht viel zu tun heute. Ich leihe mir ein Fahrrad aus und fahre zum ca. 4 km entfernten Cua Dai-Strand. Aber die Brandung ist ganz schön heftig, regnen tut es auch ab und zu, an Baden ist nicht zu denken.

Also radle ich noch weiter durch die Stadt. Gucke hier und gucke da.
Hier gibt es übrigens eine Schneiderwerkstatt an der anderen. Auch dafür ist die Stadt bekannt. Für wenig Geld kann man sich hier, binnen 2 Tagen, einen maßgeschneiderten Anzug fertigen lassen.

Heute gibt es zum Mittag Hot Pot.

Ich bin zufrieden mit meinen Fähigkeiten als Fahrzeugführer im vietnamesischen Stadtverkehr. Ich mache es wie die anderen: Seitlicher und rückwärtiger Verkehr müssen dringend visuell ignoriert werden und dürfen nur anhand der Hupsignale eingeschätzt werden. Dem Querverkehr wird durch entschiedenes Draufzuhalten ermöglicht, meinen Kurs und Geschwindigkeit sicher zu analysieren und eine Kollision zu verhindern. Abbiegen nur bei roter Ampel. Ich hab’s verstanden.

Nicht nur im Strassenverkehr, auch beim Essen bin ich etwas mutiger geworden. Nachdem die ersten „Koliken“ überwunden sind, esse ich schon mal etwas Gurkensalat, Tomate und auch Kräuter zur Suppe. Auch einen hier sehr beliebten Vietnamkaffe mit Eis probiere ich.
Erstmal überstanden …. der Test meines Magens.
Und gestern Abend habe ich das erste Mal echtes Streetfood probiert. Also an so einem mobilen Brat- und Kochwagen mit lauter kleinen Stühlen drumherum, die auf dem Bürgersteig stehen. Die Stühle sind für Asiaten gedacht und wirklich sehr klein. Man sitzt als Europäer dann eben sehr tief, obwohl ich ja auch nicht sehr groß bin. NIEMALS in einen Stuhl mit Lehnen an der Seite setzen. Kann schmerzhaft werden und ist schwer zu entfernen.
Es gab Ente, sehr knusprig, hat toll geschmeckt. Schon wegen dem Ambiente schmeckt’s einfach besser.

Morgen früh geht es weiter mit dem Bus nach Hue.

Hoi An, Meer und Altstadt, 19. und 20. Januar 2017

Ich lege mich auf meinen Liegesesel im klimatisierten Bus, decke mich mit einer Decke zu und sehe aus dem Fenster. Es geht die Küstenstrasse entlang. Auf dem Meer sind dutzende von kleinen Fischerbooten zu sehen. Sie benutzen starke Scheinwerfer, die aufs Wasser gerichtet sind, um die Fische anzulocken. Schöner Anblick, wie das alles so leuchtet. Es dauert nicht lange und ich schlafe ein.
Um 6 am Morgen erreichen wir Hoi An und stolpern alle schläfrig aus dem Bus.
Es gibt schon Cafes, die offen haben. Erstmal einen starken Kaffee.

Hoi An ist ein „Freilichtmuseum“. Die Altstadt hat sich seit 200 Jahren fast unverändert erhalten. Auch im Krieg wurde hier nichts zerstört. Allein 800 verschiedene Objekte in der Altstadt gehören zur Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Also gucke ich mir mal an, die Sache. War ja schon im Hotel und bin jetzt wieder frisch.
Einen großen Markt gibt es auch noch zu durchstöbern und mitten durch die Stadt fließt ein breiter Fluß, Thu Bon genannt.
Was mir nicht gefällt: Unheimlich viele Touristen hier und Preise!, ist zwar immer noch preiswerter, als bei uns, aber so teuer war es nicht einmal in Saigon. Vier € für ein kleines Omelett und einen Tomatensaft!

Heute abend muß ich mir mal Gedanken machen. Es naht das Tet-Fest. Das ist in Vietnam die größte Feier des Jahres, wie bei uns Weihnachten und Silvester zusammen. Es ist das Neujahrfest in der Nacht des Neumonds des 1. Mondmonats. Es endet an diesem Tag der 5-tägige Himmelsbesuch des Herdgottes, denn dieser kehrt in die Familienküche zurück. Jawohl!
Alle Vietnamesen fahren zu ihren Familien. Die Transportmöglichkeiten sind meist ausgebucht, die Hotels oft auch und ganz schlimm: Es wird Urlaub gemacht und zwar im ganzen Land. Also manche Busunternehmen haben auch noch geschlossen. Alles steht still!
Oder sagen wir mal, Vieles. Ich muß also zum Fest an einem Platz sein, wo ich länger bleiben kann. Am liebsten wäre mir Hanoi, die Hauptstadt.

Dass Tet nicht mehr weit weg ist, sieht man daran, wie alles rausgeputzt wird. Vieles bekommt einen neuen Anstrich, es wird geputzt und gefegt, repariert und renoviert. Strassen, Plätze und Häuser werden mit großen Blumenensembles geschmückt. Man hat nur Glück im neuen Jahr, wenn alles top herausgeputzt wird. Daran glaubt man hier fest.
Übrigens: Zwischen diesen Ansammlungen von riesigen Blumentöpfen sitzen versteckt und verteilt einzelne Männer und Frauen, am Tag und in der Nacht, man sieht sie nicht von Weitem, das ist das Wachpersonal. Denn die Blumenkunstwerke sind sehr teuer, aber Arbeitskraft eben nicht so.

Abends leuchten in der Altstadt hunderte von Papierlaternen. Man kann sie hier auch kaufen. Man bekommt sie handlich zusammengefaltet. Aber die ENTfaltungstechnik ist eine Wissenschaft für sich, kompliziert.
Man merkt sofort, dass die Einheimischen hier Touristen gewöhnt sind. Sie sind nicht mehr ganz so freundlich und ziemlich abgeklärt. Es geht wohl nur noch ums Geschäft.
Das ursprüngliche Vietnam ist mir ja deutlich lieber, ob ich es noch einmal finde auf meiner Reise?
Bestimmt! Alles halb so schlimm. Schon in meinem Hotel und etwas abseits der Touristenströme, auf dem Weg dorthin, stosse ich wieder auf diese freundlich lächelnden Menschen. Ein wundervolles Land! Ich fühle mich wohl.

Am Freitag mache ich einen Ausflug nach My Son, etwa 50 km von hier. Es war die heiligste Stätte der Cham-Kultur und ist übersät mit den Ruinen der verschiedensten Tempel und Heiligenstatuen. Sie wurde genutzt in dem Zeitraum zwischen 2. bis zum 14. Jahrhundert.
Danach in Vergessenheit geraten und im 19. Jahrhundert von den Franzosen wiederentdeckt. Trotz amerikanischem Bombardement ist noch vieles erhalten und wird nun wieder aufgebaut. Natürlich auch auf der Unesco-Liste.
Wir haben einen Reiseleiter, der uns die Zusammenhänge gut erklärt. Eine Schweizerin übersetzt Unverständliches für mich und ihre Freundin.
Hin ging es mit dem Bus, zurück per Boot. Wir bekommen auch einen kleinen Imbiss an Bord.
Die Gruppe ist international aufgestellt… Schweizer, Deutsche, Amerikaner, Engländer, irgendwo aus Skandinavien, Inder, Chinesen und Vietnamesen. Die meisten tauschen sich kurz aus, woher und wohin, wo war es am Schönsten. Ein bißchen Englisch kann jeder. Ist doch toll, so viele verschiedene Menschen aus der ganzen Welt, an einem Ort!
Und da gibt es doch tatsächlich Leute, die ihre eigenen Länder für das Größte halten, die Landesgrenzen wieder hochziehen wollen und sich Abschottung vom ganzen Rest der Welt ersehnen.

Die südlichen Highlands, weiter mit dem Motorbike, 17. bis 18. Januar 2017

Nach einem leckeren Omelette und dem obligatorischen Vietnamkaffee zum Frühstück geht es weiter.
Am Laksee entlang besuchen wird das Dorf eines kleinen Bergvolkes. Sie sprechen ihre eigene Sprache. Auch mein Mr. Quang versteht sie nicht.
Ihre Spezialität ist aber der Umgang mit Arbeitselefanten. Und ich bekomme auch eine Reihe von diesen großen Tieren zu sehen. Dieses kleine Volk lebt in diesen „Langhäuser“. Die ganze Großfamilie wohnt und schläft zusammen auf einer Ebene, ohne Wände. Unter dem Haus leben Kuh, Schwein, Hund und Huhn.
Wenn es viel Nachwuchs gibt, wird hinten einfach angebaut und das Haus verlängert. (Nachwuchs, wenn alle zusammen in einem Zimmer schlafen?!)

Jetzt bekomme ich auch mal einige der vielen Reisfelder zu sehen. Ein sattes Grün, wenn der Reis reif ist. Viele, viele Leute tummeln sich auf den Felder. Maschinen gibt es wenige. Das Meiste noch Handarbeit. Ist ja auch kein Problem, die ganze Familie arbeitet mit. Man lebt schließlich von dem Geld das die Ernte einbringt.

Eine Reispapiermanufaktur, Bäume an denen Curryfrüchte wachsen und Pfefferplantagen -Mr. Quang will einen Spaß mit mir machen und läßt mich den Pfeffer kosten, ohne mich zu warnen…na Pfeffer eben… SCHARF! Ich spucke alles wieder aus, Mr. Quang hat einen Lachanfall-

Zur wiedergutmachung, bekomme ich wunderschöne Wasserfälle zu sehen. Wir kaufen uns vorher etwas beim Bäcker und picknicken am Draysap-Wasserfall. Hinterher gehe ich sogar schwimmen in dem kristallklaren Wasser.

Unterwegs machen wir Pause in einem kleinen Ort. Die tollste Erfindung in Vietnam sind ja diese Hängematten in den kleinen Restaurants. Man bestellt etwas zu trinken und kann sich dafür in die Matte hauen. Genau das Richtige für Motorbiker, die den ganzen Tag unterwegs sind.
Übernachten tun wir diesmal in der Destrikthauptstadt Buon Ma Thuot. Das ist eine größere Stadt, Touristen ist man hier gewöhnt.
Wir gehen Frühlingsrollen essen. Und zwar muß man sie hier selber zusammenbauen. Man bekommt Reispapier und wieder Tellerchen mit Leckereien wie: Crispychicken, Schweinefleisch, Nudeln, Salat, Gemüse ….. Man sucht sich alles zusammen legt es auf das Reispapier und beginnt eben zu rollen. Ähnlich wie bei Sushi, nur einfacher. Anschließend taucht man die Rolle in eine leckere Sauce. Hmmh!

Noch ein paar Stadtimpressionen: Lärm ist kein Problem für die Vietnamesen. Nicht nur der ständige Motorenlärm und das Hupen der Mopeds, es kommt ja noch mehr dazu. LKW’s und Busse haben keine normalen Hupen, sie arbeiten mit so einer Art Sirene, die an jeder Kreuzung eingeschaltet wird. Kleinbusse haben noch eine andere Variante von Hupe: Ein auf- und abschwellendes Hornsignal. An vielen Läden und auf Märkten sind große Lautsprecher aufgebaut aus denen vietnamesischer Pop abgedröhnt wird. Das soll wohl Kunden anlocken. Dazu kommen noch die auf Mopeds montierten Megaphone, hinten ist die angebotene Ware verstaut, vorne das Megaphone das in einer Endlosschleife das heutige Warenangebot verkündet. Es muß lauter sein, als die anderen Geräusche sonst nimmt es ja keiner zur Kenntnis. In den Restaurants wird man oft auch zugepopt. Neulich hat einer Klavier gespielt, das ist ja schön, aber es war so verstärkt, dass mir fast der Reis vom Stäbchen flog.
Auch Baustellen sind oft die Nacht durch weiterhin in Betrieb. Wenn nicht Baustelle, fängt der Nachbar um 6 Uhr morgens an, sein Haus zu erweitern.
Daran stößt sich hier aber keiner. Und irgendwann hat man sich auch an dieses ständige Hintergrundrauschen gewöhnt. Muss man eben aufs Land, da ist ruhiger.
Müllentsorgung: Der Müllwagen, sehr modernes Gerät, fährt durch die Strasse und spielt ein ständiges „Dingeldingdong“ ab, daraufhin kommen die Leute aus den Häusern mit Tüten und Eimern und entleeren alles hinten in das Müllauto, während es langsam weiterfährt. Spart man sich die Tonne.

So letzter Tag der Tour.
Eine Kautschukplantage, Kakaopflanzung und Manjukfelder, sowie eine Zuckerrohrplantage werden besichtigt. Dazwischen immer wieder mal relaxen und zum Schluß die lange Abfahrt zum Meer durch die immergrünen Berge. Die übrigens erst seit einigen Jahren, an dieser Stelle, wieder grün sind. Sie wurden im Krieg mit Hilfe von „Agent Orange“ vollkommen entlaubt. Es wird deutlich heisser, wir nähern uns eben der Küste.

Wir erreichen Nha Trang. Diese Stadt ist der „Ballermann“ von Vietnam. Allerdings mit überwiegend russischen und chinesischen Gästen. Schrecklich eine Hotelburg an der anderen. Ich werden schnell wieder verschwinden, habe den Nachtbus nach Hoi An gebucht und werde 12 Stunden unterwegs sein.
Ich verabschiede mich herzlich von meinem Freund Mr. Quang, bedanke mich sehr. Ein offener, äußerst umgänglicher Mensch, wir umarmen uns zum Schluß, er fährt jetzt noch zurück bis Da Lat. Hat riesigen Spaß gemacht die Tour, gab viel zu sehen. Kann ich nur empfehlen. Easyrider-Da Lat.

Lak, Kreuz und quer durchs Hochland, 16. Januar

Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Mein großer Rucksack wird hinten am Motorrad festgezurrt und ich sitze davor. Vor mir der Fahrer, Mister Quang. Ich habe VIP-Betreuung, bin der einzige Teilnehmer der Safari und werde vom Chef der Easysrider persönlich chauffiert.
Am Anfang sitze ich ja noch etwas verkrampft auf meinem mir zugewiesenem Platz. Aber mit der Zeit werde ich lockerer. Mr. Quang fährt ganz vernünftig, man merkt, dass er viel Erfahrung hat. Sein Englisch ist auch gut zu verstehen. Ich habe einen guten Blick auf die Umgebung, die Sonne scheint, der Wind weht mir um die Nase, die Landschaft ist wundervoll. Was will man mehr.

Wir halten öfter an. Zu sehen gibt es eine Seidenspinnerei. Hier wird mir erklärt, wie aus den Cocon Seidenfäden gezogen werden. Alles noch viel Handarbeit hier.
Der Elefant-Wasserfall ist eindrucksvoll. Der heisst so, weil früher hierher die Elefanten zum Trinken kamen. Das war aber vor 50 Jahren. Freilaufende Elefanten gibt es schon lange nicht mehr.

Ich wußte nicht, dass Vietnam der zweitgrößte Kaffeeexporteur der Welt ist, nach Brasilien. Ist aber so. Wir besichtigen nämlich eine Kaffeeplantage mit angeschlossener Rösterei.
Gehört hatte ich ja davon, dass es Kaffeesorten gibt, bei denen die Kaffeebohnen von Katzen gefressen werden, aber nicht verdaut werden. Sie kommen später wieder raus, werden gesäubert und geröstet und sind so teilfementiert, oder was auch immer. Dieser Kaffee ist die Spezialität hier. In der Probierstube traue ich mir, einen zu kosten…..schmeckt noch intensiver, aber keineswegs bitter, man muß ihn selber mit heißem Wasser strecken, so wie man es mag. Mit 2,70 € die Tasse sehr teuer für hiesige Verhältnisse. Na kein Wunder bei diesem Aufwand. Er heißt übrigens „Weasel“, sehr passend. 🙂 Dann kann man noch die Katzen besichtigen und ihnen beim Verdauen zusehen.

Es geht auf kurviger Strecke wunderschön durch diese Berglandschaft. Wir fahren abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Oft durch kleine Dörfer. Mr. Quang hat ganz schön zu tun, Hängebauchschweine, junge Hunde, Hühner und auch mal eine Herde Wasserbüffel von der Straße zu hupen. Von den Einheimischen wird man als Europäer manchmal neugierig beäugt.

Gegen 16:00 Uhr erreichen wir den Ort Lak, am gleichnamigen großen Lak-See gelegen. Hier werden wir im Hotel übernachten.
Die Tour ist nicht ganz billig. Kostet für 3 Tage 225 $. Dafür ist aber alles inklusive, außer das Essen. Geht nun auch wieder.
Gehe ich abends in den Ort und will meine Sonnenbrille reparieren lassen, finde einen Brillenladen, zeige ihm das Problem. Er legt gleich los, setzt einen neue Schraube ein, zieht die anderen fest, putzt die Brille auch noch und will kein Geld von mir. „It’s free“, sagt er. Toll?! Oder?

Da Lat, noch hier, 15. Januar 2017

Ich schlafe etwas länger, da mich heute nichts drängt.
Nach einem Spiegeleierfrühstück mit dem obligatorischen Kaffee mache ich mich auf das Crazy Haus zu besuchen. Das ist ein verschachteltes und unübersichtliches Gebäude, das auch als Hotel dient. Viele voneinander verschiedenen Räume, bei denen es keine Ecken und keinen rechten Winkel gibt, sind durch Brücken und Treppchen miteinander verbunden.
Gebaut hat es die Tochter eines ehemaligen Präsidenten Vietnams. Daher war es wohl auch nicht so schwer mit der Baugenehmigung.

Laufe noch weiter durch die Stadt. Macht heute nicht so einen Spaß, denn es regnet. Meine Stimmung paßt zum Wetter, mein Magen hat sich wieder gemeldet.
Unsere sensiblen europäischen Verdauungsorgane, die die penibelste Hygiene gewöhnt sind, müssen in Südostasien erst einmal einen harten Anpassungsprozeß durchlaufen. Gewaschene Sachen sind oft mit Keimen belastet, manches nicht ganz durchgebraten, für die Vietnamesen kein Problem… aber für mich.
Ich gehe in einen Apotheke. Erkläre der älteren Dame auf Englisch mein Problem. Viel Englisch läuft hier aber nicht. Sie hält den Zeigefinger vertikal an ihren Hals und bewegt ihn auf und ab, sieht mich dabei fragend an. Ich schüttele entschieden den Kopf. Jetzt Hand an Po, Zeigefinger nach hinten weggestreckt, dieselbe Bewegung, nur horizontal. Ich verneine wieder. Jetzt ist mein Finger dran, ich zeige auf meinen malträtierten Bauch und sage: „Only here“. Daraufhin ruft sie ihrer Kollegin an der Kasse sofort die Diagnose zu. Ich bekomme 8 Päckchen mit einem weißlichen Pulver.
Geht doch, wozu sich also mit Vokabelpauken abmühen.
Innerhalb einer Stunde nehme ich 2 davon, schmeckt schrecklich. Puuh, die Schmerzen verschwinden endlich. Oh, oh.
Ist bestimmt gestampfter Skorpion mit gekochten Schlangenembryos. Aber wenn’s hilft.
Lege mich ins Bett und mache Mittagsschlaf. Morgen muß ich fit sein.

Da Lat, Das Tor zum Hochland, 13. und 14. Januar 2017

Angenehme Temperatur hier, so knapp über 20 Grad. Ist doch angenehmer als die 35 an der Küste. Da Lat ist berühmt wegen seiner herrlichen Lage in den Bergen und der vielen Wälder, Wasserläufe, Seen und Wasserfälle drumherum. Für die Vietnamesen ist es der schönste Ort im Land. Sie machen hier sehr gerne Urlaub, 1 Million jedes Jahr. Und ich jetzt auch.
Die Franzosen haben in der Kolonialzeit diese Stadt als Kurort auserkoren und ausgebaut. Von den schicken französischen Villen ist mehr so viel übrig. Es gibt noch ein paar, aber inzwischen ist die Stadt ganz schön zugebaut worden.
Ich buche für heute eine Tour durch die Stadt und zu einigen Sehenswürdigkeiten in der Nähe.
Gezeigt werden die Blumenplantagen. Die Vietnamesen lieben Blumen und hier werden sehr viele angebaut, überall Gewächshäuser. Wundervolle Rosen, aber auch Gerbera und Erdbeeren, diese werden nach neuseeland verschifft. ich bin der einzige Ausländer in unserer Gruppe, alles andere sind Vietnamesen. Der Guide entschuldigt sich bei mir, dass sein Englisch nicht ausreicht. Nicht so schlimm, gebe ich ihm zu verstehen, ich bin auch schon durch meinen Reiseführer informiert. Dann quatscht mich wenigsten nicht dauernd einer zu. Zur Entschuldigung bekomme ich 2 Erdbeeren zugeschoben, die anderen nicht.
Wir besuchen einen wundervoll angelegten Garten, genannt: Golden valley. Da muss ich so an Moni denken, so viele schicke Pflanzen.
Hoch gehts auf den höchste Gipfel per Jeep, Pagode, der alte Bahnhof, das französische Viertel, den Rest habe ich vergessen. Ich muß mit auf die Fotos, nicht jeder Vietnamese ist Ausländer gewöhnt.

Guckt mal was ich mich inzwischen traue zu essen. Da sind Noppen dran, wie am Badhaken, den man an die Wand pappt. Kleine Tintenfische, gebraten mit Gemüse. Festes Fleisch, aber läßt sich essen. Allerdings ganz schön scharf.

Am Samstag morgen erlebe ich das erste Mal, dass es regnet in diesem Land. Um mein Hotel herum haben die meisten Häuser Blechdächer. Das ist vielleicht ein irrer Sound. Wird soundso Zeit, dass ich aufstehe.
Heute lasse ich Seele baumeln. Habe keine großen Pläne. Ist doch wunderschön, wenn man sich mal so treiben lassen kann.
Nach dem Regen ist es noch kühler geworden. Zum Glück war ich gestern noch auf dem riesigen Markt im Zentrum und habe mir eine lange Jeans gekauft. Aus heimischer Produktion, passt und sieht toll aus, 8 €. Ich war der einzige Fremde dort. Daher komme ich auch mit Englisch nicht richtig weiter. Aber Zeichensprache geht immer.

Jetzt trinke ich erst einmal einen dieser berühmten vietnamesichen Kaffees, zum Munterwerden. Man trinkt ihn schwarz oder mit gezuckerter Kondensmilch und er wird mit einem Filter auf der Tasse serviert. Man muß also warten bis er durchgelaufen ist. Unheimlich starkes Zeug, aber dabei so sanft und mild. Ganz anders als z.B. italienischer Kaffee. Muß unbedingt welchen mit nach Hause nehmen.

Ich laufe um den See herum. Besuche den Botanischen Garten. -Hätte Dir bestimmt auch gefallen, Moni. –
Und wen treffe ich wieder?….Die Kanadier. Kurz wohin, woher, sie müssen um eins ihren Bus bekommen. Wir werden uns bestimmt noch öfter treffen, haben dieselbe Strecke, Richtung Norden.

Abends gehe ich noch ins Cafe der „Easyrider“. Diese bieten interessante Touren, quer durchs südliche Hochland auf dem Rücksitz eines Motorrads an. Wenn es abgelegener ist und der Strassenverkehr ruhiger wird, kann man auch mal selber fahren. Geboten werden soll erst einmal Natur pur und dann einige Highlights, wie die Wasserfälle, Seen und Wälder, Menschen und Dörfer. Es wird oft angehalten und besichtigt. Das Ganze dauert 3 Tag und endet in Nha Trang. Von dort will ich gleich den Nachtbus nach Hoi Anh nehmen.
Bin schon gespannt.